Der damalige Chefdirigent des RSO Wien, Bertrand de Billy holte Ewald Donhoffer 2005 als Assistent und Studienleiter für die Urfassung des Fidelio und im Jahr darauf für Erwin Schulhoffs „Flammen” ans Theater an der Wien, wo er in den folgenden Jahren wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Mit Fabio Luisi arbeitete er an diesem Haus für „La Finta Semplice” (Mozart) und „Medée” von Cherubini zusammen. Die Mozart-Produktion mit Luisi wurde auch zum Auftakt seiner Karriere: 2007 sprang er für den erkrankten Luisi ein und gab sein Debut am Pult der Wiener Symphoniker. Es folgten eine Produktion von „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” von Kurt Weill am Theater in Erfurt, sowie 2008 sein Debut am Pult der Staatskapelle Dresden in der Semperoper mit Mozarts „Zauberflöte”. Dirigate und Produktionen an anderen deutschen und österreichischen Häusern folgten: Musikverein, Konzerthaus und Volksoper in Wien, dem RSO Wien, dem Mozarteum Orchester Salzburg, unter anderem an den Theatern in Bern, Bonn, Dresden, Leipzig oder Regensburg. Daneben arbeitete er als Cembalist und Organist sowohl im solistischen Bereich, als auch mit verschiedenen Kammermusikpartnern und Ensembles, wie etwa Lorenz Duftschmid und Armonico Tributo Austria. Hier war er u.a. bei der styriarte, den Salzburger Festspielen oder dem Festival Oude Muziek in Utrecht zu Gast. Eine besondere Verbindung beider Tätigkeiten waren die Produktionen szenischer Oratorien beim Festival Retz zwischen 2013 und 2016.
Ewald Donhoffer erhielt seine breite Ausbildung an den beiden Musikuniversitäten seiner Heimatstadt Wien: Orchesterdirigieren bei Georg Mark, Cembalo bei Wolfgang Glüxam und Gordon Murray, sowie Orgel und Kirchenmusik bei Alfred Mitterhofer und Roman Sumereder. Im August 2016 trat er dem Prämonstratenser-Orden bei. An der KU Linz, der katholischen Privatuniversität der Diözese studierte er ab 2017 Theologie, im Jahr 2025 wurde er schließlich zum Priester geweiht.
Zwischen 2006 und 2016 verbanden ihn Lehraufträge (Dirigieren und Chorleitung) mit den Musikuniversitäten in Wien und Graz und seit 2019 mit der KU. Workshops, Masterclasses, Vorträge und Tutorials als Chorleiter, Dirigent und Cembalist führten ihn während vieler Jahre nach Damaskus, Teheran, Jordanien und für die „orpheon foundation” nach Frankreich, Italien und Spanien. Seit 2022 ist er Direktor des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz und Assistent am Institut für Liturgiewissenschaft der KU.
Ewald Donhoffer leitet seit 2016 die Stiftsmusik seiner Heimat-Abtei Schlägl im Oberen Mühlviertel. Hier folgten u. a. Konzerte mit dem L’Orfeo Barockorchester, etwa mit Haydns Schöpfung oder der Gesamtaufführung des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach. Seither standen aber auch Konzerte am Pult der Neuen Lausitzer Philharmonie in Görlitz, den Brandenburger Symphonikern und dem Israel Chamber Orchestra auf dem Programm, sowie Aufnahmen zur bereits dritten CD für die Deutsche Grammophon mit der Gambistin Maddalena del Gobbo. Zuletzt war er Gast beim Grafenegg-Festival, den Europäischen Wochen Passau, dem Festival Pfingsten Barock in Melk, oder mit Tobias Moretti und Armonico Tributo beim Südtirol Festival Meran.
